Kirchen und Kapellen in unserer Pfarrei

Mitten in der bezaubernden Mittelgebirgslandschaft des Vorderen Bayerischen Waldes zwischen Donau und Regen liegt das Pfarrdorf Michelsneukirchen. Geheimnisvolle Wälder, grüne Wiesen und Felder prägen die hügelige Landschaft, in die sich die Barockkirche Sankt Michael mit ihrem Zwiebelturm harmonisch einfügt. Zusammen mit der Seelenkapelle ist die Kirche nicht nur ein weithin sichtbares Wahrzeichen des Dorfes und der Pfarrei, sondern auch ein monumentales Glaubensbekenntnis der zugehörigen Bewohner.
Schon im Jahr 1236 existiert die Pfarrei Michaels-Neukirchen, von der auch eine eigene Dorfschule unterhalten wird. Durch die bayerische Landesteilung im Jahr 1326 wird Michelsneukirchen bayerischer Grenzort, die verpfändete Oberpfalz Ausland. Von reformatorischen Glaubenszwisten des 16. Jahrhunderts bleibt die Bevölkerung dadurch verschont, nicht aber von den Spannungen, die sich in den nachbarschaftlichen Beziehungen daraus ergeben. Im dreißigjährigen Krieg wird im September 1621 ein schwerer Grenzzwischenfall im Ort Auslöser für die Eroberung der protestantischen Oberpfalz durch bayerische Truppen. Im Verlauf des Krieges fallen im Winter 1633 das ganze Pfarrdorf und die Umgebung den schwedischen Truppen zum Opfer. Das abgebrannte Dorf ist jahrelang unbewohnbar.
Nach Jahrzehnten des unermüdlichen Wiederaufbaus in einer unruhigen Zeit wird im Jahr 1707 das alte Kirchengebäude durch einen Neubau ersetzt.
1711 wir die eindrucksvolle Barockkirche eingeweiht und in der Folgezeit vorwiegend von Künstlern aus der Region Straubing, Bogen, Cham, Kötzting und Roding kunstvoll ausgestattet. Sie wurde deswegen am 08. Oktober 1984 als international schützenswertes Kulturgut im Sinne der Haager Konventionen eingestuft, für deren Einhaltung die UNESCO beauftragt ist.
In der Vorbereitung zum Jubiläum „300 Jahre Barockkirche St. Michael“ im Jahr 2011 haben sich Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung dazu entschlossen, die Pfarrkirche mit Seelenkapelle einer gründlichen Renovierung zu unterziehen. Mit einem feierlichen Gottesdienst am Michaelsfest 2009 wurden diese Maßnahmen abgeschlossen.


Die erste Ägidiuskirche in Dörfling dürfte wohl im 14./15. Jahrhundert gebaut worden sein. Jedenfalls wird sie 1508 als Filialkirche der Pfarrei Michelsneukirchen genannt. In dieser Zeit wurde der Hl. Ägidius, der zu den vierzehn Nothelfern zählt, in unserem Bayernland besonders verehrt als Schutzpatron der Bauern.
Das Gotteshaus in Dörfling besaß nicht wie andere Kirchen eigene Stiftungen. Sämtliche Baulasten trug die Kirchenverwaltung Michelsneukirchen. Um 1590 war immer jeden dritten Sonntag Gottesdienst und das Kirchlein wurde als „alte Kapelle“ bezeichnet. Wie es den dreißigjährigen Krieg überstand, ist nicht genau bekannt, doch dürfte es wohl auch arg in Mitleidenschaft gezogen worden sein, da Dörfling wiederholt ausgeplündert wurde. Im Jahre 1693 musste man den Turm neu decken. Erst Pfarrer Joh. Georg Holz, 1744 – 1778 in Michelsneukirchen, regte 1748 an, die viel zu kleine und baufällige Filialkirche ganz und gar abzureißen und von Grund auf neu zu bauen.
Im Jahre 1751 wurde mit dem Abbruch der alten Kirche begonnen. Noch 1751 entstand das neue Gotteshaus im Rohbau, der im folgenden Jahr vollendet wurde. 1837 wurde auf Kosten der Pfarrkirche der Turm zu Dörfling neu gedeckt und die Kirche selbst von außen mit einem neuem Anwurf versehen. 1905 Gründung des Benefiziumsvereins Dörfling. Die Kirche wird außen und innen renoviert. Im Jahr 1910 bekommt Dörfling eine neue Orgel. 1924 wird der Friedhof gebaut. Am Markustag des Jahres 1929 brennt das Anwesen Denk und der Kirchturm ab. Der Turm wird wieder aufgebaut, neue Glocken werden angeschafft. 1930 übernehmen die Pallotiner aus Hofstetten die Seelsorge in Dörfling. Das neue Schulhaus wird im Jahr 1961 gebaut. 1972 Innen- und Außenrenovierung der Kirche. Im Jahr 1999 erfolgt eine weitere Aussenrenovierung der Kirche und das Kirchendach wird erneuert. 2001 folgt dann die Innenrenovierung. Eine neue Orgel wird angeschafft zum 250-jährigen Jubiläum der Kirche St. Ägidius mit Orgelweihe am 18. August 2002.

Querkirche – Sankt Quirin
Kirchenpatron: Germanus bis ca. 1600, danach Quirin, Vitus und Wolfgang
1332 Erste Nennung der Kirche
1508, 1526 und 1559 in Visitationsprotokollen: Michelsneukirchen mit „der Kapelle Sankt Germanus“ und Mesnerhaus in S. Gwer
1563 Philipp Apian: „S. Gwer Kapelle auf der Anhöhe, wo die Markttage um das Heiligtum zahlreich besucht werden“
1581 Die zerbrochene ältere kleine Glocke wird umgegossen
1606 Eine zweite, größere Glocke wird angeschafft
1619 Erneuerung der Ausmalung der Kirche
1633 November: Erster Schwedeneinfall im Dreißigjährigen Krieg. Pfarrkirchen, Dorf und Land werden Opfer von Brandstiftung und Mord. Querkirche und Mauthäusl bleiben verschont: Stützpunkt für schwedische Plünderer.
1635 Querkirche wird bis 1639 Ersatz für Pfarrkirche, Mauthäusl wird Schulhaus
1660 Gottesdienste in Gwer: St. Veitstag, St. Bartolomei, St. Wolfgang
1665 „Filiale St. Wolfgang zu Quer in der Herrschaft Falkenstein“
1709 Quermarktstage: Sonntage nach St. Veit, Bartholomä, St. Wolfgang
1723 Schauerfreitagsprozession und Bittgang nach St. Quirin
1748 Spitzbogige Fenster werden mit Rundbogen ausgemauert, Errichtung des Schubpfeilers am Westgiebel. Zerstörung des Wandgemäldes mit dem Ochsengespann und Totenruhe, sowie der Jahreszahl 1332
1766 Aufstellung des alten Marienaltars aus der Pfarrkirche (von 1714)
1776 Neuausstattung der Kirche „S. Quirini zu Gwer: Altar mit Quirinus, Vitus, Wolfgangus“ durch Schreiner Wolfgang Axinger aus Regelsmais
1788 Trockenlegung sowie Aufstockung der Kirche um 1,20 Meter. Neubau des Dachstuhls, des Zwiebelturms und der Holzempore.
1874 Das Schindeldach wird erneuert. Schreiner Dionys Axinger fertigt 1875 neuen Hochaltar und neugotische Kirchenbänke an. Wandnischen mit Quirin, Wolfgang und Dionysius (neu)
1883 Errichtung eines Kreuzweges von Michelsneukirchen nach St. Quirin, um 1930 nach Schrötting verlegt
1943 Glockenablieferung für Kriegsmaterial
1948 Rückkehr der Glocken vom Hamburger Glockenfriedhof
1958 bis 1960 Renovierung der Querkirche, neue Decke, Entfernen der Laube vor dem Eingang, dafür Steinplattform mit seitlicher Treppe, neuer Dachstuhl und Turmaufbau, neue Altäre aus Ziegelwerk gemauert, Wandnischen beseitigt
1974 Eternitschindeln statt Holz-Schindeln, Rundtreppe ersetzt Steinplattform
1985 Hinterglas-Kreuzweg auf alter Kreuzweg-Verglasung
2002 Sonntagsgottesdienst an Markttagen in der Querkirche, ab 2006 auch der Vorabendgottesdienst
2012 Beginn der Renovierung mit äußeren Drainagearbeiten, teilweises Abschlagen des Innen- putzes
2013 Stützmauer mit behindertengerechtem Zugang, Krone der kleinen Glocke aus dem Jahr 1581 neu gegossen und angeschweißt, neues Turmkreuz aus Kupfer, neue Schallläden, Sanierung und Erneuerung des Außen- und Innenputzes mit neuer farblicher Gestaltung, kupferne Fensterbleche, Absenkung des Bodens im Kirchenschiff, Belag aus Solnhofer Platten, Reparatur des gotischen Eingangs, Empore in hellen Farben bemalt
2014 Neuanordnung der Ausstattung und Abschluss der Innenrenovierung. Neue Figur des Hl. Vitus in wiederentdeckter Wandnische. Erster feierlicher Gottesdienst am Quermarktsamstag.
2021 Abdeckung des Stützpfeilers an der Westseite
2022 Jeden Sonntag um 7.00 Uhr Feier des Hl. Messopfers in St. Quirin
2026 Der ehemalige Ortsgeistliche und Ehrenbürger Pfarrer i. R. Willibald Spießl spendete zwei Heiligenfiguren. Hierfür wurden neue Sockel angefertigt und angebracht.


